DB ENERGIE MIT 10.000 KUNDEN

Anne Zajusch, Leiterin Energievertrieb von DB Energie, zeigt sich - ein Jahr nach Vertriebsstart - zufrieden mit der Entwicklung der Kundenzahl. (Foto: DB Energie)

Frankfurt (energate) - Seit Anfang Juni können Stromkunden über eine App zur Deutsche-Bahn-Tochter DB Energie wechseln. Die Verbraucher könnten wahlweise ein Handyfoto oder ein PDF ihrer aktuellen Stromrechnung hochladen, erläuterte Anne Zajusch, Leiterin des Profitcenters Energievertrieb und Marketing, im Gespräch mit energate.

Die App ermittele dann die Preisdifferenz des alten Anbieters zum DB-Strom-Angebot. "Wir wollen die Wechselprozesse für Strom so einfach und so transparent wie möglich gestalten", führte Zajusch weiter aus. Der Kunde solle "ganz nebenbei zum Beispiel beim Kaffeetrinken" zur DB Energie wechseln können. Um Transparenz sicherzustellen, biete DB Energie zudem ein Wechseltracking an. Wenn der Kunde wolle, könne er nachsehen, wie weit der Wechselprozess bereits gediehen sei.

10.000 Ökostrom-Kunden in einem Jahr

Die App sei schon "erstaunlich oft runtergeladen" worden und es gebe über sie "eine gute Anzahl von Abschlüssen", sagte Zajusch weiter, ohne konkrete Zahlen zu nennen. DB Energie war am 28. Juni 2017 - also vor genau einem Jahr - in den Vertrieb von Ökostrom eingestiegen. Seitdem habe es knapp über 10.000 Anmeldungen gegeben. Die Anzahl der Kunden, die bereits beliefert werden, liege momentan noch knapp darunter. Mit diesen Kundengewinnen habe das Unternehmen sein selbst gestecktes Ziel erreicht, innerhalb eines Jahres eine fünfstellige Kundenzahl zu erreichen.
 
DB Energie bietet Privatkunden zwei Vertragsvarianten an, die beide nur online erhältlich sind: Ein- und Zwei-Jahresverträge. Die Zwei-Jahresverträge werden laut Zajusch etwas besser angenommen. "Ich glaube, der überwiegende Teil der Haushaltskunden will sich nicht jedes Jahr mit dem Thema befassen", so ihre Einschätzung. Zudem seien die Wechselprämien für zwei Jahre attraktiver. Als Wechselboni bietet DB vor allen Bahnprämien wie Bahncards, DB Reisegutscheine oder Bahnbonus-Punkte an. Allerdings seien die Boni nur ein "schönes Add-on". "Der Preis muss passen und zwar für das erste, zweite, dritte und vierte Jahr", sagte Zajusch. Lockangebote gebe es nicht. Entsprechend räumte sie ein, dass DB Energie "nicht das günstigste Produkt auf dem Markt" habe. Preislich lägen die Grünstromprodukte aber unter den Grundversorgungstarifen.

Künftig auch Nicht-Bahnkunden im Fokus

Hauptzielgruppe von DB Energie seien Bahnkunden. "Die sind in der Regel auch ökoaffin." So werbe DB Energie etwa über Plakatwerbung in den Bahnhöfen und in den Zügen, erläuterte Zajusch. Die Reisezentren, in denen man Fahrkarten kaufen kann, seien aber von der Werbung ausgeschlossen, da die Bahn hier ihre Kunden nicht überfrachten wolle. Auf der Internetseite der Deutschen Bahn finde sich ebenfalls Werbung für die beiden Ökostrom-Produkte, bei Stromvergleichsportalen seien diese hingegen nicht gelistet. Künftig wolle DB Energie verstärkt auf Online-Werbung und soziale Netzwerke wie Facebook setzen. Zudem erhofft sich die DB-Tochter, dass die Programme "Kunden werben Kunden" und "Mitarbeiter werben Kunden" vermehrt Abschlüsse generieren - auch dank der App. Damit wolle man auch Kunden außerhalb der Hauptzielgruppe erreichen, so Zajusch.
 
Die Vertriebsleiterin zog ein positives Fazit für das erste Jahr Privatkundenvertrieb: "Wir sind auf einen guten Weg". Für die Zukunft hat sich das Unternehmen weitere ehrgeizige Ziele gesetzt, in spätestens fünf Jahren soll die Anzahl der Kunden sechsstellig sein. Und, so Zajusch: "Wir denken darüber nach, auch in den Gasvertrieb einzusteigen".

Quelle: Stefanie Dierks/ energate